Versicherungsguide
Schweiz 

Der aktuelle Versicherungsguide Schweiz mit, allen Informationen zu den Obligatorischen Krankenversicherung und Zusatzversicherungen.  

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Versicherungsguide Schweiz


Wieso macht es Sinn, sich diesen Versicherungsguide zu zulegen? Man könne sich doch einfach auch bei der Versicherung informieren lassen. Ja, dass könnte man bestimmt. Doch aus welchem Grund, wissen denn so viele, so wenig über ihre Versicherungen Bescheid – obschon ein guter Prozentsatz des monatlichen Budgets dafür verwendet wird? Der Grund ist sehr simpel: Das reine Informieren kann schnell zu einem eigentlich unerwünschten Versicherungswechsel führen. Und dieser wird leider oft mit einer negativen Erfahrung in Verbindung gebracht. Zusätzlich haben wir bemerkt, dass es kein übersichtliches Verzeichnis gibt an dem man sich orientieren kann, um ein Gesamtüberblick schaffen zu können.


Versicherung

«Sicherung» ist im Wort «Versicherung» nicht von ungefähr. Damit die eigenen Vermögenswerte nicht verloren gehen, werden diese abgesichert. Dies wird als Versicherung bezeichnet. Das Grundprinzip einer Versicherung ist leicht erklärbar: Die Versicherungsnehmer bezahlen einen Versicherungsbeitrag (auch Versicherungsprämie genannt) an die Versicherung, um sich gegen einen in der Police festgelegten Schaden zu schützen. In der Police werden die genauen Leistungen und Konditionen der Versicherungen dokumentiert sowie die Prämien festgehalten. Wichtig dabei ist, dass die Kosten der Schäden statistisch abschätzbar sind, da die Prämien mit versicherungsmathematischen Methoden berechnet werden.

Krankenversicherung

Der Ausdruck «Krankenversicherung» löst bei vielen Leuten durch das Wort «krank» ein negativ konnotiertes Gefühl aus. Zudem stellen die Beiträge für diese Versicherung für viele eine grosse finanzielle Belastung dar. Somit liegt es nahe, dass es sich besser anfühlen würde in eine Gesundheitsversicherung zu investieren. Die Krankenversicherung sichert gegen Erkrankungen und die damit verbunden Folgerisiken, wie Leistungsausfall, Pflege und Heilbehandlung ab. Die Kosten für die Behandlung bei Erkrankungen, Mutterschaft und oftmals auch bei Unfällen werden von den Versicherungen ganz oder teilweise zurückerstattet oder bereits im Voraus getragen. Angeboten wird die Krankenversicherung von Krankenkassen und von privaten Versicherungsunternehmen. Dabei werden zwei Kassen unterschieden. Die allgemein obligatorische Grundversicherung und die freiwillig wählbare Zusatzversicherung. Die Zusatzversicherung kann somit bei einer Versicherung der individuellen Wahl abgeschlossen werden. Es besteht also kein Zwang diese bei der gleichen Versicherung abzuschliessen, bei der die Grundversicherung abgeschlossen wurde.
Allerdings sollten folgende Punkte beachtet werden:
  • Der eigene Mehraufwand sollte nicht unterschätzt werden.
  • Es gibt Versicherer, die höhere Prämien für die Zusatzversicherung verlangen, wenn die Grundversicherung bei der Konkurrenz abgeschlossen wurde. Andere stellen den administrativen Mehraufwand in Rechnung.
  • Manche lassen den Selbstbehalt und die Franchise mit der Franchise von der Grundversicherung verrechnen. Lesen Sie also die Versicherungsbedingungen Ihres Versicherers.
  • Bei Uneinigkeiten sind die Abklärungen mit nur einem Versicherer einfacher, da die Haftungsfrage intern geregelt werden kann. Die Kommunikation zwischen den Versicherern gilt oftmals als eher schwierig.

1. Grundversicherung

Jede Krankenversicherung muss sich an das Bundesgesetz für die Krankenversicherung (kurz KVG) halten. Offiziell wird sie obligatorische Krankenpflegeversicherung (kurz OKP) genannt. Jedoch ist die Bezeichnung als „Grundversicherung“ üblich. Wie es der Name bereits suggeriert, ist die Grundversicherung für alle Menschen, die in der Schweiz leben, obligatorisch. In der Schweiz gibt es ungefähr 60 Versicherer, welche die OKP führen. Zusätzlich gibt es private Taggeldversicherungen, die ebenfalls unter der Aufsichtsbehörde und deren gesetzlichen Grundsätzen stehen. Sie dürfen laut dem KVG nicht gewinnorientiert wirtschaften. Falls die Prämien also höher als die anfallenden Ausgaben sind, müssen die Prämien gesenkt werden. Oft geschieht dies jedoch nur in ganz seltenen Fällen und es kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass sich die Prämien aufgrund der jährlich steigenden Gesundheitskosten erhöhen. Die obligatorische Krankenpflegeversicherung wird über die Prämieneinnahmen und die Kostenbeteiligungen der Versicherten (Franchise, Selbstbehalt, Spitalbeitrag) und durch die Beiträge des Bundes beziehungsweise der Kantone, die sogenannte Prämienverbilligung finanziert. Im Gegenzug decken die Krankenkassen allfällige Kosten, welche durch eine Krankheit beziehungsweise deren Behandlung entstehen. Es werden jedoch nicht alle Behandlungen und Medikamente übernommen, da sich die Krankenkassen an die vom Bundesgesetz vorgegebenen Rahmenbedingungen halten müssen. Im Allgemeinen gilt, dass die übernommenen Kosten wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sein müssen. Oftmals führen diese unpräzisen Definitionen der Kostenübernahme in der Praxis zu verschiedenen Handhabungen der einzelnen Versicherungen. Dies hängt auch damit zusammen, dass die Pharmaindustrie und die Forschung täglich neuen Produkte und Behandlungsmethoden auf den Markt bringen. Die Grundversicherung lässt sich anhand von zwei Aspekten (mehr dazu siehe 1.3 Service und 1.4 Prämie) vergleichen.

Die Leistungen im Krankenversicherungsgesetz KVG sind genau definiert und somit bei allen Krankenkassen identisch. 1 2 3 1.1 Überschneidende

Grund-/Zusatz-versicherungsleistungen
Es gibt Leistungen, welche die Grund-, wie auch die Zusatzversicherung beanspruchen.

1.1.1 Medikamente

Alle Medikamente, welche auf der «Spezialitätenliste» aufgeführt sind und von einer Ärztin oder einem Arzt verschrieben werden, müssen von der Grundversicherung übernommen werden. Auf dieser Liste befinden sich zurzeit rund 2`500 Medikamente und die Liste wird sich mit dem medizinischen Fortschritt kontinuierlich erweitern. Falls das Originalpräparat nicht auf der Liste zu finden ist, kann von der Apothekerin oder dem Apotheker auch das Generika davon abgeben werden. Als Generika werden günstigere Nachfolgemedikamente mit demselben Wirkstoff bezeichnet.
1 VAG Art. 38 2 KVG Art. 65 Abs. 1 3 KVG Art. 32 Abs. 1 4 KVG Art. 52 Abs. 1

1.1.2 Rettung-. Transport (Schweiz)

Bei einem Transport, bei dem kein medizinischer Notfall vorliegt, kommt die Grundversicherung laut KVG zu 50% bis maximal CHF 500.— der Kosten auf. Medizinische Notfälle bedeuten, dass der Patient oder die Patientin den Transport mit dem Privatauto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zugemutet werden kann. Transporte, welche im Zusammenhang mit Spitalverlegungen sind, werden vollumfänglich von der Grundversicherung übernommen. Diese Bedingungen gelten ebenfalls im Ausland und die Kostenbeteiligung bleibt dieselbe. Bei Rechnungen von medizinisch notwendigen Rettungsaktionen beteiligt sich die Grundversicherung zu 50% bis maximal CHF 5`000.—. Im Ausland gibt es bei Rettungsaktionen keine Kostenbeteiligung der Grundversicherung. Daher sollten Sie sich bewusst sein, dass die REGA-Mitgliedschaft nicht mit einer Versicherung gleichzustellen ist und Sie hierbei keinen Rechtsanspruch geltend machen können. Die REGA kann ihren Gönnern die Kosten für beispielsweise eine Rückführung mit einem REGA-Jet erlassen, sie muss jedoch nicht. Die REGA deckt zudem auch keine notfallmässigen Behandlungen im Ausland. 5

1.1.3 Auslandschutz

Die Grundversicherung beteiligt sich nur an notfallmässigen Behandlungen im Ausland und nur bis zum maximal doppelten Betrag, den die gleiche Behandlung im Wohnkanton in der Schweiz kosten würde. In EU-/EFTALändern reicht in den meisten Fällen der Versicherungsschutz der Grundversicherung. Kosten für den Versicherungsnehmer werden oft nur bei Behandlungen, die in Halb-/Privat-Abteilungen durchgeführt werden, erhoben. Bei Reisen ausserhalb von EU-/EFTA-Ländern empfiehlt es sich eine zusätzliche Auslanddeckung abzuschliessen. Die möglicherweise bereits aufgebrauchte Franchise kommt im Ausland nicht zum Tragen und beginnt demzufolge bei CHF 0.—. Der Rücktransport in die Schweiz wird in der Regel nicht bezahlt.
5 KLV Art. 26 und 27.

Falls die Überlieferung in ein anderes Spital im Ausland erforderlich ist, beteiligt sich die Grundversicherung mit 50% bis maximal CHF 500.—. In EU-/EFTA-Ländern kommt eine vor Ort ansässige Krankenversicherung, gemäss den vereinbarten Tarifen, für die Kosten auf. Die Versicherten übernehmen die in dem Land gültigen Kostenbeteiligungen. Diese Krankenversicherung rechnet danach über eine zentrale Stelle in der Schweiz mit der jeweiligen Krankenversicherung ab. Beim Reisen ausserhalb dieser Länder, kann es vorkommen, dass die oder der Versicherte die Behandlungen selbst vor-bezahlen muss und erst zu einem späteren Zeitpunkt die Kosten zurückerstattet bekommt. 6

1.1.4 Komplementärmedizin

Die fünf ärztlichen komplementärmedizinischen Heilmethoden die Akupunktur, die anthroposophische Medizin, die Homöopathie, die Phytotherapie und die traditionelle chinesische Medizin werden nur unter bestimmten Bestimmungen vergütet. Zudem müssen die Ärztinnen und Ärzte über eine entsprechende Weiterbildung für die oben genannten Therapiemethoden verfügen.

1.1.5 Psychotherapie

Die Grundversicherung kommt nur für die Leistungen der ärztlichen Psychotherapie auf, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Im Leistungsumfang sind maximal 40 Abklärungs- und Therapiesitzungen enthalten. Sind nun weitere Sitzungen erforderlich, muss die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin eine Begründung dafür unterbreiten. Falls eine stationäre Unterbringung in einer Psychiatrie angeordnet wird, beteiligt sich die Grundversicherung an den anfallenden Kosten. Alle Behandlungen sind dem Selbstbehalt und der Franchise unterstellt. 8
6 KVG Art. 34 Abs. 2 lit. b. 7 KLV Art. 4 lit. b 8 KLV Art. 2 und 3 lit. a und b

1.1.6 Zahnbehandlungen

Laut KVG muss die Grundversicherung nur bei schwer oder nicht vermeidbarer Erkrankung des Kausystems im Zusammenhang mit einer schweren Allgemeinerkrankung (Beispielsweise Leukämie oder Herzklappenersatz) und deren Folgen, aufkommen. Bei Unfällen übernimmt die Grundversicherung die Kosten nur, wenn keine andere Versicherung für die Kosten aufkommt. Ausgeschlossen sind gewöhnliche Zahnfüllungen bei Karies, das Ziehen von Weisheitszähnen, Amalgamsanierungen oder Zahnstellungskorrekturen. 9

1.1.7 Spitaldeckung

Damit die Grundversicherung allfällige Spitalaufenthalte übernimmt, muss das Spital auf der Spitalliste des Wohnkantons aufgeführt sein. Diese Liste ist beim kantonalen Gesundheitsdepartement oder bei der jeweiligen Krankenkasse erhältlich. Wenn ein Spital aufgesucht wird, welches sich nicht auf dieser Liste befindet, muss mit einer höheren Selbstbeteiligung gerechnet werden. Vor einem Spitalaufenthalt ist es somit empfehlenswert diese Abklärungen zu erledigen. Gemäss KVG übernimmt die Grundversicherung die Kosten nur bis zum Betrag, den der Aufenthalt in einem Spital im Wohnkanton betragen würde. Personen, die es bevorzugen sich in einer Privat- oder HalbprivatAbteilung behandeln zu lassen, sollten dies in der Zusatzversicherung komplementieren lassen. Oft erhält der Versicherte eine Karenzfrist, nach Abschluss einer solchen Versicherung. Somit ist es ratsam sich frühzeitig zu informieren. Ein Wechsel in eine höhere Abteilung wird oftmals von den Spitälern angeboten und ist grundsätzlich jederzeit möglich, jedoch ist dies mit grossen finanziellen Belastungen des Versicherungsnehmers verbunden. 10 9 KVG Art. 31 und KLV Art. 17 10 KVG Art. 25 Abs. 2 lit. e, KVG Art. 41 Abs. 1bis, KVG Art. 41 Abs. 3

1.1.8 Brillen und Kontaktlinsen

Die Grundversicherung vergütet bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr CHF 180.— an ärztlich verordnete Brillengläser und Kontaktlinsen. Höhere Beiträge werden nur bei starken Sehfehlern oder beim Vorliegen von bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise krankheitsbedingten Refraktionsänderungen, Anpassungen nach Operationen oder Hornhauterkrankungen vergütet. Diese Beiträge unterliegen der Franchise. 11

1.1.9 Vorsorgeuntersuchungen / Medizinische Prävention

Für bestimmte Untersuchungen, die zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten sowie für vorsorgliche Massnahmen zugunsten des Versicherten, welcher in erhöhtem Masse gefährdet ist (beispielsweise genetisch-, erbliche Risiken oder nach einem Unfall) gehören folgende ärztlich durchgeführte Massnahmen:
  • Sonographisches Hüftscreening nach Graf bei Neugeborenen.
  • Vitamin-D-Zugabe zur Rachitisprophylaxe während des. 1. Lebensjahr.
  • Acht Kontrolluntersuchungen zum Gesundheitszustand und der normalen Entwicklung von Kindern in der Vorschulstufe.
  • HIV-Tests bei Neugeborenen, HIV-positiven Mütter und bei Personen, welche einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind.
  • Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen (inklusive Krebsabstrich). Diese werden alle drei Jahre von der Grundversicherung übernommen. Je nach Befund werden auch jährliche Kontrollen übernommen. Dies muss jedoch zuerst mit der Krankenversicherung abgeklärt werden.
  • Mammographie zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs. Dies wird nur jährlich übernommen, wenn Mutter, Tochter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind oder waren. Bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr werden präventive Mammographie-Untersuchungen alle zwei Jahre von der Grundversicherung übernommen.
  • Screening auf Phenylketonurie, Galaktosämie, Biotinidasemangel, adrenogenitales Syndrom, Hypothyreose und Vitamin-K-Prophylaxe.
  • Dermatologische Untersuchungen bei familiär erhöhtem Melanomrisiko.

Die Informationen über die in der Schweiz empfohlenen Impfungen sind im Schweizerischen Impfplan enthalten. Eine aktualisierte Version erscheint jeweils zu Jahresbeginn. Ziel ist ein optimaler Impfschutz jeder Einzelperson und der Bevölkerung insgesamt. Folgenden Impfungen werden übernommen:
  • Pneumokokken-Impfung für Säuglinge und Kinder ab dem Alter von zwei Monaten bis 5 Jahren, gemäss Impfplan 2016.
  • Haemophilus-influenzae-Impfung bei Kleinkindern bis 5 Jahre.
  • Diverse Vorsorge- und Schutzimpfungen, z.B. Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Masern, Mumps und Röteln bei Kindern und Jugendlichen bis 16 Jahren.
  • Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen im Schulalter und junge Frauen bis 26 Jahre, wenn die Impfung im Rahmen des kantonalen Impfprogramms erfolgt. Auf dieser Impfung wird keine Franchise erhoben.
  • Booster-Impfung: Diphtherie bei Erwachsenen (alle 10 Jahre).
  • Hepatitis-B-Impfung generell für alle Altersgruppen. Bei Neugeborenen positiver Mütter und Personen, welche einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Im Vordergrund steht die Reihenimpfung der 11- bis 15-Jährigen.
  • Tetanus-Booster-Impfung nach einer Verletzung.
  • Impfung gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (Zeckenzephalitis).
  • Grippe-Impfungen bei über 65-Jährigen oder bei Personen, die an einer schweren Erkrankung leiden.
Ausgeschlossen sind spezielle Reiseimpfungen und prophylaktische reisemedizinische Leistungen, wie zum Beispiel Gelbfieberimpfung oder die Malariaprophylaxe. Alle diese oben genannten Massnahmen und Kontrollen dienen der Prävention und können auch ohne Verdacht auf eine Erkrankung durchgeführt werden. 12 13

1.1.10 Pflegeleistungen

Die Grundversicherung beteiligt sich an den Pflegeleistungen zu Hause oder in einem Pflegeheim, die nach einer Operation oder aufgrund einer Krankheit erbracht werden. Die Leistungen sind kantonal unterschiedlich. In der Regel muss ein bestimmter jedoch betraglich begrenzter Teil der Pflegekosten selbst übernommen werden. Für den restlichen Teil der ungedeckten Kosten kommen die Wohnkantone und Wohngemeinden auf. Hierzu können Sie sich bei Ihrer Wohngemeinde, der Spitexorganisation oder in den Pflegeheimen weiter informieren lassen. Unter Pflegeleistungen wird das Verabreichen von Spritzen, Verbände wechseln, Wunden reinigen und versorgen, Puls- und Blutdruck messen, Beratung bei der Einnahme von Medikamenten und Gebrauch medizinischer Geräte und die Fusspflege bei Diabetikern verstanden. Haushaltshilfen, Aufenthalt und Verpflegung müssen jedoch selbst bezahlt werden.

14 1.1.11 Kuren

Bei ärztlich verordneten Badekuren bezahlt die Grundversicherung einen Beitrag von täglich CHF 10.— während 21 Tagen pro Jahr. Diese Rahmenbedingung gilt pro Jahr und muss in einem zugelassenen Heilbad durchgeführt werden. Für die zusätzlichen Kosten, wie beispielsweise ärztliche Behandlung, Physiotherapie oder Medikamente übernimmt die Grundversicherung abzüglich Kostenbeteiligung. 15 12 KLV Art. 12 13 Schweizerischer Impfplan 14 KVG Art 25 lit. a 15 KVG Art. 25 Abs. 2 lit. c und KLV Art. 25

1.1.12 Medizinische Hilfsmittel

1.1.12 Medizinische Hilfsmittel Bei ärztlich verordneten Hilfsmitteln und Geräte, wie Bandagen, Stückverbände, Inhalations- und Atemtherapiegeräte, Hörgeräten, Schuheinlagen und weitere (siehe Mittel- und Gegenstände-Liste; MiGeL) wird bis zu einem bestimmten festgelegten maximalen Betrag vergütet und fallen unter die Kostenbeteiligung.

16 1.1.13 Mutterschaftsleistungen

Die Grundversicherung beteiligt sich an den vor- auch nachgeburtlichen Leistungen. Dazu gehören:
  • Sieben Routineuntersuchungen (zwei Ultraschalluntersuchungen: eine zwischen der 11. und der 14. sowie eine zwischen der 20. und der 23. Schwangerschaftswoche). Bei Risikoschwangerschaften dürfen auch weitere ärztlich verordnete Ultraschalluntersuchen durchgeführt werden.
  • Bei Geburtshilfen und Geburtsvorbereitungen durch Ärzte/Ärztinnen oder Hebammen beteiligt sich die Grundversicherung mit CHF 150.—.
  • Ab der 12. Schwangerschaftswoche, wird ein nicht-invasiver pränataler Test (NIPT) vollzogen. Diese Blutentnahme wird nur zur Untersuchung auf eine Trisomie 21, 18 oder 13 bei Einlingsschwangerschaften gemacht.
  • Geburtskosten bei einer Entbindung zu Hause, in der allgemeinen Abteilung eines Spitals im Wohnkanton oder in einer teilstationären Einrichtung.
  • Nach der Geburt eine Nachkontrolle zwischen der 6. und 10. Woche.
  • Maximal drei Stillberatungen.
Wichtig hierbei zu wissen ist, dass bei allen Mutterschaftsleistungen weder Franchise noch Selbstbehalt vom Versicherten verrechnet wird. Bei potenziellen Komplikationen, wenn bei der Frau eine Krankheit vorhanden ist, muss sie ab der 13. Schwangerschaftswoche bis 8 Wochen nach der Geburt keine Kostenbeteiligung bezahlen. Wie beim Kapitel Spitaldeckung bereits erwähnt wurde, sollten Sie sich über die Karenzfrist bei der Wahl der Spitaldeckung Gedanken machen. Die Frau, die sich bei der Geburt nur von ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen behandeln lassen will oder in einem Ein- beziehungsweise Zweibettzimmer hospitalisieren lassen möchte, sollte sich über die Karenzfristen informieren.17

1.2 Grundversicherungs-leistungen

1.2.1 Physiotherapie Die Grundversicherung bezahlt die Leistungen der Physiotherapie nur bei einer ärztlichen Überweisung, wobei die erste Behandlung innert fünf Wochen seit der Anordnung durchgeführt werden muss. Ansonsten braucht es eine neue Anordnung. Folgende Massnahmen der Behandlung, Beratung und Instruktion werden von der Grundversicherung übernommen:
- Aktive und passive Bewegungstherapie
- Manuelle Therapie
- Detonisierende Physiotherapie
- Atemphysiotherapie (inkl. Aerosolinhalationen)
- Medizinische Trainingstherapie  Lymphologische Physiotherapie
- Bewegungstherapie im Wasser
- Physiotherapie auf dem Pferd bei multipler Sklerose
- Herz-Kreislauf-Physiotherapie
17 KLV Art 13 bis 16

Beckenboden-Physiotherapie; Physikalische Massnahmen:
- Wärme- und Kältetherapie
- Elektrotherapie
- Lichttherapie (Ultraviolett, Infrarot, Rotlicht)
- Ultraschall
- Hydrotherapie
- Muskel- und Bindegewebsmassage Die Versicherung übernimmt die Kosten für nur neun Sitzungen. Bei weiteren Behandlungen braucht es wieder eine ärztliche Überweisung. 18

1.2.2 Chiropraktik

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt die Kosten für medizinische Leistungen, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Chiropraktorinnen und Chiropraktoren sind für ihr Tätigkeitsgebiet den Ärzten und Ärztinnen gleichgestellt und können ohne Anordnung bzw. Auftrag für die soziale Krankenversicherung tätig sein. Für sie gilt die Pflichtleistungsvermutung in gleicher Weise wie für die Ärztinnen und Ärzte. 19

1.2.3Ergotherapie

Für eine Übernahme braucht es eine ärztliche Überweisung und die Leistungen müssen:

- der versicherten Person bei somatischen Erkrankungen durch Verbesserung der körperlichen Funktionen zur Selbständigkeit in den alltäglichen Lebensverrichtungen verhelfen oder
- im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung durchgeführt werden. Wenn die erste Behandlung länger als acht Wochen nach der Überweisung durchgeführt werden soll, braucht es eine neue Anordnung. Es werden pro Überweisung höchstens neun Sitzungen entrichtet. Für die Übernahme von weiteren Sitzungen ist eine neue ärztliche Anordnung erforderlich. Soll die
18 KLV Art. 5 19 KVG Art. 33

Ergotherapie nach einer Behandlung, die 36 Sitzungen entspricht, zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden, so hat der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin dem Vertrauensarzt oder der Vertrauensärztin zu berichten und einen begründeten Vorschlag über die Fortsetzung der Therapie zu unterbreiten. Der Vertrauensarzt oder die Vertrauensärztin prüft den Vorschlag und beantragt, ob, in welchem Umfang und für welche Zeitdauer bis zum nächsten Bericht die Ergotherapie zu Lasten der Versicherung fortgesetzt werden kann. 2

0 1.3 Service

Der erste Vergleich ist der Service. Dieser lässt sich kaum einheitlich werten, da Erfahrungen schwierig messbar sind. Es gibt allerdings drei Faktoren, auf die geachtet werden sollte:  Kontaktmöglichkeiten: Die meisten der 60 Versichern bieten den telefonischen Kontakt an. Es ist die schnellste Möglichkeit, um mit der Versicherung in Kontakt zu treten. Wenn man auf diesen Luxus verzichten kann, darf man für sich eine Krankenkasse entscheiden die das nicht anbietet, um vielleicht die Prämie zu reduzieren. Eine Garantie, dass dies der Fall ist, gibt es nicht - es lohnt sich also zu vergleichen. Wer sich gerne persönlich beraten lassen will, sollte sich informieren, ob eine Filiale in der Nähe vorhanden ist. Dazu ein kleiner Tipp: Wenn eine Abmachung oder heikle Korrespondenz mit der Versicherung geführt wurde, sollte man immer darauf achten, dass die Antwort schriftlich (per Mail oder Brief) bestätigt wird, damit man etwas in der Hand hat. Auch bei der Reaktionszeit unterscheiden sich die Versicherer - einige Versicherungen haben diese bei definierten Leistungen bereits im Leistungskatalog ausgewiesen und werben damit.
20 KLV Art. 6

- Rückvergütung: Die Versicherungen haben zwei Möglichkeiten ihre Leistungen zu vergüten. Entweder bevorschusst der Versicherer, die entstanden Kosten und erhält diese anteilsmässig zurück (System des tiers garant) oder die Versicherung bezahlt zunächst die Ausgaben und verlangt die Beträge vom Versicherten zurück (System des tiers payant).
- Kundenzufriedenheit: Umfragen sind nicht per se repräsentativ, da diese von Versicherungen manipuliert werden können. Somit sollten Umfragen auch mit einem kritischen Blick betrachtet werden. Die repräsentativsten Umfragen werden auf comparis.ch und bonus.ch angeboten.21

1.4 Prämie

Das Bundesamt für Gesundheit BAG genehmigt die Prämien der Grundversicherung. Zuvor werden die Beiträge von den Versicherern mit der freiwilligen Einzelttaggeldversicherung berechnet. Die Hauptaufgaben des BAG bestehen darin, dass die Solvenz des Versicherers gewährleistet ist und die Interessen der Versicherten gewahrt werden. Es werden nur die Prämien bewilligt, welche den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen und die Kosten decken. Zusätzlich dürfen die Gebühren nicht unangemessen über den Kosten liegen oder zu übermässigen Reserven führen. Jeweils im Oktober werden die neuen Prämien vom BAG auf ihrer Internetseite, priminfo.ch publiziert. Zudem findet man auf dieser Webseite auch verschiedene Prämienübersichten und einen Prämienrechner, auf denen die Beiträge für das Folgejahres verglichen werden können. Diese Dienstleistungen sind kostenlos und für jede Person frei zugänglich.
22 23 21 bonus.ch 22 KVG Art. 61 23 Priminfo.ch